Umlautdomains funktionieren nicht in USA

Um das Problem mit dem patentierten Punnycode zu verstehen, muss erst mal erklärt werden, wofür dieser benötigt wird. Das DNS (Domain Name System) basiert auf den Zeichen "A-Z", "0-9" und "-" des ASCII-Alphabets. Um nicht sämtliche Anwendungen neu zu implementieren werden Domainnamen mit zusätzlichen Zeichen (wie z.B. Müller.de) kodiert im alten Alphabet dargestellt. Als Kodierung wurde der Punnycode verwendet.

Da nun die Erfinder der IDNs nicht in USA sitzen haben sie sich auch keine Gedanken über das dortige Patentrecht gemacht. Nun kam es wie es kommen musste, und der Punnycode ist in USA patentiert und nur gegen hohe Lizenzgebühren nutzbar. Das man das erst jetzt merkt liegt daran, dass jetzt erst die ersten NICs IDNs anbieten und damit die Besucher von Übersee von allen IDNs ausgesperrt haben.

Man hat das Problem allerdings recht schnell entdeckt. In USA ist es üblich jede Gelegenheit für eine Klage zu nutzen. So kam es auch, dass ca. 1 Minute nach der Registrierung der ersten IDN ein Bürger aus USA Klage gegen Microsoft einreichte, da ein gekauftes Produkt (Windows 95) nicht die beworbenen Eigenschaft, im Internet weltweit browsen, erfüllte.

Ein User aus Übersee muss also einen Browser nutzen, der eine Lizenz für den Punnycode hat. Diese Browser gibt es noch nicht (ausser europäische Versionen, die aber in USA illegal sind). Als Konsequenz dieser Klage wird Microsoft seinen nächsten Internet Explorer auch für USA mit Punnycode Lizenz ausstatten. Die Folge wird eine neue überteuerte Windows Version sein, da die Lizenzgebühren ca. 40% der gesamten Entwicklungskosten ausmachen. Und somit spüren wir auch in Europa die Softwarepatentpolitik aus USA.

1. 4. 2004